Der Weg einer Tasse – 
von einem unscheinbaren Stück Ton zu einem liebevoll gefertigten Unikat – ist eine kleine Reise voller Geduld, Handwerk und Hingabe.

Am Anfang steht der Ton: Er wird sorgfältig geknetet, gewogen und zu einer gleichmäßigen Kugel geformt. Auf der Drehscheibe beginnt dann die eigentliche Magie. Mit geübten Händen, etwas Wasser, Schwämmen, Drehschienen und einer guten Portion Liebe entsteht langsam die Form einer Tasse. Ist sie vollendet, darf sie etwa zwölf Stunden trocknen.

Währenddessen wird der Henkel vorbereitet. Auch er muss zunächst etwas antrocknen – „lederhart“ nennt man diesen Zustand, in dem sich der Ton besonders gut weiterverarbeiten lässt. Nach der Trocknungsphase wird die Tasse auf der Drehscheibe „abgedreht“ – das ist der letzte Schliff, vergleichbar mit dem Drechseln bei Holz. Dann bekommt die Tasse ihren Henkel: Mit etwas Tonschlicker, einer Art Tonkleber, wird er sorgfältig befestigt.

Nun kann die Tasse, wenn gewünscht, noch personalisiert werden – etwa mit Stempeln, Buchstaben oder durch die alte Ritztechnik „Sgraffito“. Danach folgt eine lange Ruhezeit: 1,5 bis 2 Wochen trocknet die Tasse vollständig, bevor sie in den Brennofen darf.

Der erste Brand, der sogenannte Schrühbrand, erfolgt bei etwa 950 Grad und dauert rund 20 bis 24 Stunden. Anschließend wird die Tasse geschliffen und gewaschen, um sie auf den nächsten Schritt vorzubereiten: das Glasieren. Dabei werden meist mehrere Glasuren übereinander aufgetragen, je Farbe bis zu drei Schichten, um Tiefe und Lebendigkeit zu erzeugen.

Zum Schluss folgt der Glasurbrand – 24 Stunden bei 1240 Grad. Wenn die Tasse den Ofen verlässt, ist sie endlich fertig: glatt, glänzend, robust und bereit, Wärme und Freude in die Hände zu tragen, die sie bald halten werden.